Hilfsmission in Como

Italien, Februar 2017

In Como halfen wir dem Team von Don Giusto mit materieller und finanzieller Unterstützung die schwierige Situation zu meistern. Sein Team versorgt dort seit Monaten hunderte von Flüchtlingen, die vor allem aus afrikanischen Ländern kommen. Da die Schweizer Grenze für viele Menschen verschlossen ist und es täglich zu fragwürdigen Wegweisungen durch die Grenzwache kommt, sind viele Menschen in Como gestrandet. Ihre Versorgung ist oft schlecht, aber ihr wichtigstes Anliegen ist der Ruf nach offenen Grenzen.

Vor Ort kann man erfahren, was es bei Flüchtlingen mit dem Begriff “gestrandet” auf sich hat. Viele von ihnen sind seit Jahren in Italien, warten auf Papiere, dürfen nicht arbeiten und fühlen sich unnütz. Die Italienische Sprache beherrschen viele von ihnen schon sehr gut, was zeigt, wie lernwillig viele von ihnen sind. Anstatt zu produktiven Mitgliedern der Gesellschaft zu werden, sitzen sie den ganzen Tag herum und langweilen sich. Der Italienische Staat ist mit der hohen Zahl an Flüchtlingen überfordert, die Schweiz lässt nur wenige in oder durch das Land. Dass dabei eine illegale Praxis vom Grenzwachtkorps angewendet wird, haben wir zwar nicht selber beobachtet, aber von vielen Personen unabhängig voneinander gehört (Flüchtlingen und Helfern vor Ort). Eigentlich muss das Staatssekretariat für Migration (SEM) einen Asylantrag prüfen. Diesen kann das SEM ablehnen oder gutheissen. Die Abweisung von Menschen die Asyl beantragen wollen durch das Grenzwachtkorps, ist keine legale Praxis nach schweizerischem Asylrecht. Eine Helferin von Don Giusto erzählte uns, dass dies in den letzten Monaten häufig vorgekommen ist.

Mit unserer Hilfslieferung von etwa 200-300 kg Kleidung und Strickwaren konnten wir einmal mehr physische und emotionale Wärme spenden. Dazu haben wir für 368.- CHF vor Ort einen Grosseinkauf an Lebensmittel gemacht und das Team von Don Giusto mit einer Barspende von 2000 Euro unterstützt. Dieses Geld wird er vor allem für die Suche nach mehr Wohnraum investieren. Unsere Gruppe wurde von einem TV-Team von RSI begleitet, das einen tollen Bericht über unseren Einsatz drehte und mithalf auf die unhaltbare Situation an der Grenze aufmerksam zu machen.

Wir freuen uns, einen Beitrag zu der wichtigen Arbeit von Don Gusto und seinen Helferinnen und Helfern aus Italien und der Schweiz geleistet zu haben. Der Don wurde für sein grossartiges Engagement auch unlängst mit einem Menschenrechtspreis ausgezeichnet. Wir gratulieren!


Projektziel:

Unterstützung der Pfarrei San Martino di Rebbio

Mittel:

Mehrere hundert Kilogramm an Strickwaren und Kleidung. Total 2859.75 CHF für Transport, Treibstoff & Spenden.

Projektdauer:

11.-12. Februar 2017

Partner:

Pfarrei San Martino di Rebbio in Como

Kontaktpersonen

Claudio Ansaldi  claudio.ansaldi (at) strickwaerme.ch

Rashid Abed  rashid.abed (at) strickwaerme.ch

Ort:  Pfarrei San Martino Di Rebbio, Via Alfonso Lissi 11, Como, Italien

 

Swiss National Television reporting on our mission: